Polen 2017 Teil 2

Polen 2017

Baltikum Fortsetzung

Samstag 02.Sept.2017

Swieta Lipka ( Heiligelinde )

Parkplatz GPS N 54° 01.657 E 21° 13.128

Heute verlassen wir Litauen und fahren mal wieder über eine Grenze – nach Polen.

Unser Ziel ist Heiligelinde, eine außergewöhnlich Basilika.

Auf unserer Fahrt durch kleinere Orte, Felder, Wiesen und vielen Wäldern auf schmalen Straßen kam plötzlich hinter Bäumen die Kirche im Blick, auch wenn das Navi angezeigt hatte, bald ist das Ziel erreicht kam es doch überraschend. Denn fast unwirklich, so viel üppiger Barock in dieser abgeschiedenen Gegend zu finden. Eher hätte man etwas Rustikales erwartet. Der Marienkult von Heilige Linde hat heidnische Wurzeln und ist seit dem 14.Jh. belegt. Die Wallfahrtskirche wurde 1687 – 1730 erbaut.

Man betritt das Kirchengelände durch ein prachtvolles, filigranes schmiedeeisernes  Eisenportal. Umgeben ist die dreischiffige Basilika von einem viereckigem Kreuzgang, an dessen Ecken jeweils Kuppel Kapellen stehen, geschmückt mit Fresken an Decken und Wänden, welche auch die Geschichte des Gotteshaus erzählen.

Auch der innere Kirchenraum ist ausgestattet mit Fresken und Skulpturen. Überhaupt zeigt der Innenraum eine atemberaubend reiche Ausstattung, geradezu eine verschwenderische Prunkentfaltung, von dem vielen Gold fast geblendet.Die barocke Üppigkeit wird noch übertroffen von der Orgel mit einer unglaublichen Vielfalt von Verzierungen, mit beweglichen Figuren und sich drehenden Sonnenräder. Die 4000 Pfeifen und 40 Register geben dieser Orgel einen unverwechselbaren Klang. Ein Orgelspiel konnte man für eine halbe Stunde lauschen und genießen. Papst Johannes Paul II hat 1983 das Gotteshaus in den Rang einer

“ Basilica minor” erhoben.

Um eine so geschichtsträchtigen Ort ranken viele Legenden und wie sollte es auch anders sein ich werde hier eine erwähnen. Diese Legende wurde in Bilder unter anderem in der Schmiedearbeit an der Eingangspforte dargestellt, auch am dreistöckigen Altar sind Darstellungen zu finden.

Einen im Gefängnis sitzenden Verbrecher erschien in der Nacht vor der Verhandlung die Mutter Gottes. Von ihr bekam er ein Stück Holz, aus dem er über Nacht ihr Abbild schnitzte-obwohl er noch nie im Leben vorher geschnitzt hatte. Als er am nächsten Tag diese Figur den Richtern zeigte, sprache sie ihn frei, da sie den Segen Marias sahen. Auf dem Weg nach Reszel ließ er das Holzstück an einer Linde stehen. An dieser Stelle ereignete sich kurze Zeit später zahlreiche Wunder.So das an diesem Ort eine Kapelle gebaut wurde und im Jahre 1687 der Grundstein für das heutige barocke Gotteshaus gelegt wurde.

In der Kirche wird sehr gerne geheiratet und wir konnten den Einzug von zwei Hochzeiten miterleben.

Natürlich darf an einem solch einem Touristenmagnet nicht die Verkaufsstände fehlen, aber diese standen erfreulicherweise in einiger Entfernung auf einer anderen Straßenseite.


Sonntag 3.Sept. 2017

Elblag

Camping No 61 GPS N 54° 09’ 12” E 019° 23’ 37”

Irgendwie meint der Wettergott nicht gut mit uns, immer wieder kam ein Regenschauer.

Ausgestattet mit Regenschirm und Jacke machten wir uns auf dem Weg zur Altstadt. Hier war über das Wochenende eine Zeltstadt aufgebaut mit Angeboten aus der Region, aus Holz gefertigte Artikel, Handarbeiten, Schmuck und natürlich viel Lebensmittel Würste, Käse Brote und nicht zu vergessen die vielen Biersorten. Brot, Wurst und Schinken habe ich auch gekauft denn in meinem Kühlschrank war schon viel Platz, da kam das Angebot zur richtigen Zeit. Von der eigentlichen Altstadt haben wir an diesem Tag nicht viel gesehen. Aber dafür haben wir erfahren, dass es eine Sensation ist mit dem Schiff auf dem Oberländer Kanal zu fahren und wir besorgten uns Karten für den nächsten Tag.

Schiffstour- diese ist etwas besonderes, denn der Kanal ist einzigartig in Europa. Man passiert fünf schiefe Ebenen über eine Distanz von 10 km und einen Höhenunterschied von ca 100 Meter überbrücken. Hier fährt das Schiff über Wiesen. Ja, richtig gelesen- die Schiffe werden im Wasser von einem Tragegestell aufgenommen, dass über Schienen an Seilen, welche über große Rollen laufen die Ebene hinauf- oder hinab gezogen. Es ist ein Wirklich sehenswertes Schauspiel.Zumal wenn man bedenkt, dass diese Technik 150 Jahre alt ist und das Material im original Zustand ist, fast ohne Verschleiß.

Die Fahrt war insgesamt ein Erlebnis. Vom Schiff aus konnte man eine faszinierende Wasserlandschaft erleben und die Vogelwelt beobachten.

Zurück nach Elblag wurden wir mit dem Bus gebracht. Die Fahrt hatte 5 Stunden gedauert.

Jetzt hatten wir noch Zeit uns die Altstadt anzusehen. Von der Information hatten wir einen Flyer bekommen “ Elblag in 300 Minuten”.

Nun, solange haben wir für die sehr übersichtliche Altstadt nicht benötigt. Eigentlich war für den nächsten Tag eine Radtour am Kanal entlang geplant, aber bei dem Wetter haben wir die Abreise vorgezogen.


Dienstag 5.Sept. 2017

Danzig

Camping 218 GPS N 54° 22’ 11” E 18° 43’ 48”

Auf dem Weg nach Danzig besuchten wir die Marienburg in Malbork.

Parkplatz GPS N 54° 02.564 E 19° 01.888

Vom Parkplatz waren es nur wenige Meter bis zur Marienburg, die 1997 von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Gewaltig ist der Anblick des weltweit größten Backsteinschloss, am Ufer des Nogat gelegen. Eigentlich sind es drei Schlösser, die zu einer einzigen Wehranlage mit riesigem Ausmaß zusammengefasst ist. Die Anfänge gehen bis ins 13 Jh. zurück als mit dem Bau eines Kastells angefangen wurde. Die Burg wurde in 2. Weltkrieg bis zu 50% zerstört und der Wiederaufbau und Restaurierung halten weiterhin an. Die heutige Burg ist also fast wieder in der großen Pracht des 14.Jh. zu sehen. Es gibt weltweit keine größere und schönere echte Ritterburg zu sehen. Die ganze Burg und das Umfeld der Burg ist ein einziges Museum, leider auch für moderne Installationen welche den Flair der Burg zerstört.


Danzig

Am Nachmittag sind wir auf dem Campingplatz angekommen und jetzt heißt es erstmal wieder einrichten und dann Feierabend. Für Heute ist es zu spät um in die Stadt zu fahren.

Mittwoch 6. Sept.

Es ist eine ausgiebige Stadtbesichtigung geplant. Bei dem grauen Himmel ist auch die Regenjacke angesagt. Vom Camping einige Meter entfernt ist die Haltestelle der Tram Nr.8 welche uns bis zum Bahnhof bringt, der Start für unsere Besichtigung. Erst einmal einen Geldautomat finden und das Guthaben in der Geldbörse auffüllen. Hier standen kleinere Tuks für eine Rundfahrt und wir haben eine halbe Stunden gebucht und ließen uns am Ende in die Nähe der Altstadt bringen.

Die einstige Hansestadt Danzig (Gdansk) die 1997 ihr 100- jähriges Bestehen feiern konnte,gehört zu den schönsten Städte Polens. Der Handel verhalf im Mittelalter und der Frühen Neuzeit den Patriziern der Stadt zum Wohlstand , der sie in die Lage versetzte, prunkvolle Kirchen und Bürgerhäuser zu errichten.

Die Marienkirche im Hintergrund ist das größte mittelalterliche Backstein-Gottesdienst in Europa.

Danzig ist ein Magnet für unzählige Touristen und auch für mich. Ich war vor Jahren schon einmal hier und hatte nach dem heutigen Rundgang das Gefühl, vieles nicht gesehen zu haben. Aber ich glaube das wird bei einem erneuten Besuch wieder so sein. Nun möchte ich mit Bildern meinen Rundgang beschreiben.

Am Ufer sahen wir das Piratenschiff, natürlich mussten wir dieses “ entern“. Die Kulisse, dass Piratenschiff und das Krantor  ist ein beliebtes Motiv und auf vielen Postkarten zu finden.


Samstag 09. Sept. 2017

Leba

Weiter geht es zur Küste und wir steuern den kleinen Ort Leba an. Eigentlich ein gesichtsloser Ort, zu besichtigen eine Wanderdüne, dorthin kann man mit einem E-Shuttle fahren oder eben mit dem Rad. Bei einer Übernachtung hatte man zwei Camping zur Auswahl. Das Wetter hatte uns auch nicht ermutigt an den Strand zu gehen, also haben wir uns hier nicht lange aufgehalten.

Klucki

Gps N 54° 40’ 55,9 E 17° 20’ 16,8

Weiter ging die Fahrt nach Klucki auf engen Straßen und gottseidank mit wenig Verkehr.

Hannelore war schon einmal vor einigen Jahren in diesem Dorf. Aber die Zeit ändert vieles. Fast das ganze Dorf ist als Museums Dorf hergerichtet worden, leider sind heute die meisten Häuser waren bewohnt und nur wenige konnte man nach Absprache besichtigen und nur in der Zeit von 10 -15 Uhr. Da wir nicht einen Tag länger bleiben wollten, haben wir uns die Häuser von weitem angesehen. Bei dem Spaziergang auf der Hauptstraße, die einzige Straße in diesem Ort, fanden wir einen kleinen privaten Campingplatz und blieben über Nacht.

Zur Belohnung der verpassten Besichtigung gingen wir in einem restaurierten Restaurant und bekamen noch einen Hauch von bäuerlichen Altertum mit und das bei einem sehr guten Essen. Wenn wir diese beiden Orte nicht besucht hätten, hätten wir auch nichts verpasst.

 

Stettin

Sonntag 10,Sept. 2017

Camping Marina GPS N 53° 23’ 43” E 14° 38’ 11”

Unser heutiges Ziel Stettin war schnell erreicht und wir fanden einen schönen Campingplatz vor. Für heute ist nichts mehr geplant und wir haben die Sonne genossen.

Auf meinen Reisen habe ich es oft erlebt, dass die Beschreibung der Sehenswürdigkeiten einer Stadt oftmals etwas zu großzügig ausfällt. Nun, das trifft auch auf Stettin zu. Im Stadtplan war die Besichtigung Route mit farbigen Linien eingezeichnet und diese fand man auch auf den Bürgersteigen wieder, mit einem Pfeil auf die Sehenswürdigkeit.. Und das war auch gut so, denn sonst wären wir auch daran vorbei gelaufen. Irgendwann haben wir die Besichtigung abgebrochen weil uns viele aufgeführte Punkte nicht interessierte und so blieb nicht viel übrig. Ich schildere hier nur meinen Eindruck, sicherlich vergleicht man auch das damit was man in der Vergangenheit gesehen hat. Stettin ist nun unsere letzter Punkt unserer Baltikum Reise.

 

Es war eine spannende Reise, gefahren durch schöne Landschaften, Eindrücke von dem früheren Leben bekommen, viele interessante Bauten aus vielen Epochen gesehen, Kunst und Kultur genossen. Viele freundliche und hilfsbereite Menschen getroffen.

Mit einem Wort – eine wunderbare Reise.

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